Erstaunlich, wie sich manche Dinge entwickeln. Vom Vortrag zu Fliegerschicksalen ist man nun bei Kritik an der historischen Sorgfalt des Museums gelandet. Darauf möchten wir hiermit gezielt eingehen.
Es fehle der große Kontext, wird bemängelt. Dass in zwei Räumen und auf 16 Tafeln nicht das gesamte Dritte Reich mit all seinen Schrecken erläutert werden kann, müsste sich eigentlich von selbst verstehen.
Wir können immer nur einzelne Teilbereiche der regionalen Geschichte herausgreifen und beleuchten. Dieses Mal ist es das Kriegsende 1945. Zuletzt war es 2025 die Sonderausstellung zum KZ-Außenlager Hersbruck und dem Doggerstollen. Wir haben bewusst auf allzu viele Wiederholungen verzichtet.
Bemerkenswert ist, dass diese Ausstellung damals bei Weitem nicht dieselbe Resonanz und Aufmerksamkeit in der Hersbrucker Zeitung fand.
Für mehr und tiefe Informationen zum Thema Nationalsozialismus gibt es das hervorragende Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Unser Museum hat eher einen regionalen Auftrag.
Weiter werden Zitate „vermeintlich von Zeitzeugen“ ohne Quellenangaben bemängelt.
Ja, zugunsten der Lesbarkeit haben wir auf Quellenangaben auf den Tafeln selbst verzichtet. Aber gerade hier gibt es eine Besonderheit: 90 cm rechts von den besagten Tafeln – wir haben nachgemessen – steht ein Stehtisch, auf dem das Buch „Zeitzeugen erzählen“ zur Einsicht ausliegt, aus dem die Zitate wörtlich übernommen wurden.
Bei diesem Buch handelt es sich übrigens um eine Dokumentation der Hersbrucker Zeitung aus dem Jahr 1995, entstanden in Zusammenarbeit mit der Altnürnberger Landschaft.
Und an jeder Tür zu den beiden Räumen befindet sich ein Quellennachweis inkl. dem Disclaimer zur Nutzung historischer Symbole im Museum.
Dem musealen Anspruch dürfte damit Genüge getan sein, ob es aber der Hersbrucker Zeitung ausreicht wissen wir nicht. Immerhin handelt es sich bei der vermissten Quelle um eine Veröffentlichung aus dem eigenen Haus.

Besonders bemerkenswert ist der abschließende Versuch, unsere Ausstellung mit der heutigen politischen Situation in Pommelsbrunn und einer Veranstaltung der AfD-Jugendorganisation in Verbindung zu bringen. Daraus wird die Forderung abgeleitet, unsere Ausstellung hätte eine Chance zur gesellschaftlichen Reflexion ergreifen müssen.
Selbstverständlich kann und soll die Auseinandersetzung mit Geschichte zum Nachdenken über die Gegenwart anregen. Dazu bedarf es allerdings keiner tagespolitischen Kommentierung auf jeder Ausstellungstafel.
Und was die erwähnte Veranstaltung im Sommer betrifft: Unsere Ausstellung wurde zu Jahresbeginn konzipiert und Anfang Mai eröffnet. Von dieser späteren Veranstaltung wussten wir damals nichts. Einem Heimatmuseum ist der Blick in die Vergangenheit möglich – der Blick in die Zukunft bleibt uns mangels Glaskugel leider verwehrt.
Welche konkrete Ergänzung unserer Ausstellung die Kommentatorin erwartet hätte, erfahren wir leider nicht.
Bleibt die Forderung nach Einbindung von Historikern. Fachliche Unterstützung haben wir bei Bedarf durchaus in Anspruch genommen, etwa durch die Zusammenarbeit mit dem Gedenkverein KZ-Außenlager Hersbruck. Eine zusätzliche wissenschaftliche Begleitung sämtlicher Ausstellungstafeln wäre sicherlich möglich und vielleicht auch wünschenswert. Für einen kleinen, ehrenamtlich geführten Verein ist sie jedoch finanziell schlicht nicht zu stemmen. Die Alternative wäre deshalb nicht eine bessere Ausstellung gewesen, sondern gar keine.
Wir denken, mit unserem Budget haben wir eine gute und informative Ausstellung zusammengestellt. Und damit sich jeder selbst ein Bild von den Informationen machen kann, insbesondere zur erwähnten Sperber-Tafel, werden wir zusammen mit dieser Stellungnahme die Tafeln auf unserer Internetseite öffentlich verfügbar machen.
Ein letzter Hinweis: Der ursprüngliche Vortrag zu Fliegerschicksalen aus 10 Ländern im Nürnberger Land wurde natürlich nicht verboten. Es wurde die Nutzung der gemeindlichen Räumlichkeiten untersagt, und das ist etwas anderes.
Der Vorstand des Heimat- und Museumsvereins Pommelsbrunn e. V.

